Gegenwart
Von Stille ausgehend Musik organisieren
Stille als Respekt
Reagieren :
nicht im improvisatorischen Sinn sondern nach Umberto Eco in offener, mobiler kompositorischer Arbeit, diese
geht über die Dialektik von determinierter / nicht-determinierter Kompositionsweise hinaus,
setzt dagegen individuellen klangfarblichen Einfallsreichtum und Gruppenpräsens,
Ensembleklang der einer Trio-immanenten sound-Ästhetik folgt, die in den Arbeitsphasen
entsteht und sich entwickelt.
An Stelle des systematischen Werks, das ein Objekt / Produkt herstellt, tritt
Reproduktion der Unwiederholbarkeit,
Subjektivierung des Prozesses und Individualisierung der Klangfarbe :
Der Mensch ist das System, die einzelne Biographie wirkt als individuelle Musikgeschichte.
Eine Aneignung.
Das traditionelle Instrument-Timbre stellt eine Verbindung zur Geschichte dar.
Das Trio geht spielerisch mit der Verwandlung von Präparation und avancierter Spieltechnik in elektronische Verfremdung um, so dass die Grenze zwischen rein akustischem Spiel und Elektronik in den Übergängen verschwimmt.
Eine "morphische" Formgebung bringt klare Strukturen hervor : Die gesamte Musik bezieht sich immer auf kleinste
Teile sodass kein stetiger Spielfluss entsteht sondern Blöcke, Abschnitte die sich in ihren Entwicklungen steigern können, dass sie gradezu ekstatisch / aggressiv wirken aber auch abstürzen und abgründig in Stille oder einem leisen vorher unhörbar existent gewesenen Material enden.
Dieser Ansatz will keine Bedeutungs - Eindeutigkeit erzwingen, die Musik bleibt abstraktes Metaphysikum.
Das Zeitgefühl ändert sich, es entstehen individuell interpretierbare Inhalte.
Das Postulat der Faßlichkeit wirkt formgebend, musikalisches Verstehen und Interpretation der Anschauung musikalischer Gestalten wird aber dem Zuhörer als integrativem Bestandteil der Aufführung übereignet.
es werden Möglichkeiten vermehrt, ja - vermehrt die Möglichkeiten !
( Text für das Trio phono_phono)